Liebe Community

Der Anschlag auf den Berliner CSD hat unser gesamtes Team tief erschüttert, vor allem, da Teile unseres Teams auch am Berliner CSD mitwirken. Wir trauern um den Menschen, der dabei getötet wurde. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten, den Angehörigen, allen weiteren Betroffenen, sowie allen Menschen, die dieses Ereignis miterleben mussten. Wir stehen gemeinsam in Trauer und Solidarität.

Der CSD Lautre wird am 26. September 2026 wie geplant stattfinden. Unser diesjähriges Motto lautet „Lautre ist lauter als Hass: mutig, laut, selbstbestimmt“. Nach dem Anschlag in Berlin erhält dieses Motto eine traurige und zugleich dringliche Bedeutung.

Gerade in solchen Momenten wird deutlich, wie wichtig CSDs sind. Wir lassen uns durch Hass und Gewalt nicht einschüchtern. Unsere Antwort darauf darf weder Rückzug noch Schweigen sein. Gerade jetzt müssen wir sichtbar bleiben, zusammenstehen und klare Haltung für Freiheit, Vielfalt und Demokratie zeigen.

An unserem Sicherheitskonzept arbeiten wir bereits seit längerer Zeit intensiv. Dazu stehen wir im Austausch mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung und den zuständigen Sicherheitsbehörden. Die konkreten Maßnahmen werden derzeit weiter abgestimmt und nach den Ereignissen in Berlin nochmals umfassend geprüft.

Der Anschlag zeigt auf erschütternde Weise, wie wichtig ein konsequenter Schutz der Menschen vor Ort ist. Wir erwarten deshalb von der Stadtverwaltung und den zuständigen Stellen eine stärkere und verlässliche Unterstützung bei der Umsetzung aller notwendigen Sicherheitsmaßnahmen. Bislang konnten noch nicht alle Maßnahmen, die wir für erforderlich halten, verbindlich zugesagt werden. Dazu gehören insbesondere geeignete Zufahrtssperren. Wir hoffen, dass die Ereignisse in Berlin zum Anlass genommen werden, die bisherigen Entscheidungen nochmals zu prüfen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden. Die Sicherheit aller Teilnehmenden, Helfenden, Mitarbeitenden und Besucher*innen muss an erster Stelle stehen.

Hass tötet. Queere Menschen erleben seit Jahrhunderten Anfeindungen, Bedrohungen und Gewalt, die in den letzten Jahren nochmals massiv zugenommen haben. Angriffe auf queere Menschen sind zugleich Angriffe auf Freiheit, Vielfalt und unsere demokratische Gesellschaft. Für uns als Veranstalter in Kaiserslautern kommt hinzu, dass wir unsere Arbeit in einem gesellschaftlichen Umfeld leisten, das zunehmend von Polarisierung geprägt ist. Die Region wird häufig als ein Gebiet beschrieben, in dem rechtspopulistische Positionen überdurchschnittlich viel Zustimmung erfahren. Das spüren auch wir. 

Gleichzeitig weisen wir jeden Versuch entschieden zurück, eine solche Gewalttat für rassistische, menschenfeindliche oder gesellschaftlich polarisierende Narrative zu instrumentalisieren. Die Verantwortung für eine Straftat tragen diejenigen, die sie begehen, nicht ganze Bevölkerungsgruppen. Pauschale Schuldzuweisungen und weitere Ausgrenzung dürfen keine Antwort auf Hass und Gewalt sein.

Der CSD steht für Demokratie, Menschenwürde, Vielfalt und den respektvollen Zusammenhalt einer offenen Gesellschaft. Gerade in einer Zeit, in der Hass und Ausgrenzung zunehmen, halten wir an diesen Werten fest. Wir werden trauern, Haltung zeigen und gemeinsam deutlich machen:

Lautre ist lauter als Hass.

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